Montag, 27. April 2015

Tokyo -> Doha / Doha -> Frankfurt und zurück nach Hause

Der erste und längere der beiden Flüge zurück nach Deutschland war doch tatsächlich noch der angenehmere, wenn er auch 11 Stunden dauerte. Während Raban auf dem Fensterplatz saß, hatte ich den Mittelplatz und auf dem Gangplatz saß ein netter Japaner. Wenn eine von uns beiden Mal aufstehen musste, stand er sehr hilfsbereit und lächelnd auf, egal in welcher Situation. Auf einem 11 Stunden Flug kann das, trotz ein oder anderem Nickerchen, schon häufiger vorkommen. Wir schafften es zumindest ein wenig zu schlafen. Raban am Meisten, sogar einige Stunden lang. Dennoch kamen wir reichlich übermüdet in Doha an. Wir hatten nur 1,5 Stunden Aufenthalt und mussten uns ganz schön sputen, um unseren Cocosdrink zu bekommen. In dem Laden war allerdings so viel los, dass ich eine viertel Stunde anstand, um die 4 Dosen zu bezahlen. Irgendwie waren die auch nicht von der schnellen Truppe an der Kasse. Aber wir schafften es, unsere Drinks zu bekommen, jeder zwei, diese in Windeseile zu trinken und rechtzeitig zum Boarding zu kommen. In der zweiten Maschine hatten wir die gleiche Sitzaufteilung, nur dass dieses Mal eine chinesische Frau auf dem Gangplatz saß. Sie wirkte von Anfang an eher genervt. Aber auch auf einem 6 Stunden Flug muss man mal aufstehen. So lange wie möglich versuchte ich, still zu sitzen, doch meine Beine kribbelten vor lauter Übermüdung und auf die Toilette musste ich auch irgendwann. Leider hatten unsere Vordermänner bereits ihre Sitzlehnen weit zurück gestellt und die nette chinesische Sitznachbarin hielt es auch nicht für möglich, aufzustehen, um uns raus zu lassen, sie drehte sich nur zur Seite, ihre Füße zum Gang hin, was es uns extrem schwer machte von unseren Sitzen aufzustehen und auch wieder auf diese zurück zu gelangen. 
Einzig gut war der Ausblick, den wir zu Beginn des Fluges hatten:


Irgendwie schaffte Raban es, auch auf diesem Flug hauptsächlich zu schlafen, während ich mich durch jede Stunde quälte und versuchte, meine Beine und Füße zu beruhigen, denn die Unruhe und das Kribbeln wurde immer schlimmer. Das ist der einzige Punkt, der mich an diesen Flügen gestört hat. Ansonsten waren Start und Landung wirklich in Ordnung und ich hatte nicht mit Flugkrankheit zu kämpfen.

In Frankfurt angekommen, beschlossen wir uns zunächst kurz frisch zu machen, ehe wir unsere Koffer abholten. Die erste Kabine, die ich auf der Toilette betrat, verließ ich rückwärts wieder. In den Flughäfen in Narita, in Doha und in Tokyo schafften es die Betreiber, die Toiletten wirklich sauber und ordentlich zu halten. Ich erwarte keine Hightech Toiletten, so wie es sie sehr oft in Japan gibt, aber eine ordentliche und saubere Toilette ist doch nicht zu viel verlangt... in Frankfurt offensichtlich schon.
Etwas später, nachdem ich mich vom ersten Schreck erholt hatte, holten wir unsere Koffer ab, meldeten uns kurz bei unseren Familien zurück und machten uns dann auf zum Zoll. Dort begab ich mich dann zum Zollausgang, wo man Waren anmelden muss. Schließlich wollte ich wissen, ob ich irgendwas mit dem Zettel in meinem Pass machen muss. Zöllner angesprochen, ihm den Zettel gezeigt und gesagt, warum der Zettel da drin ist, mit der Frage, ob ich da irgendwas machen muss. Der Zöllner guckt mich an, "Und was sagt der Zettel aus?" Hatte ich ihm das nicht eben schon gesagt? Also hab ich nochmal gesagt, dass da steht, dass ich den Koffer in Tokyo steuerfrei für XY Yen gekauft habe. Daraufhin Herr Zöllner, "Keine Ahnung, so einen Zettel habe ich noch nie gesehen. Haben Sie denn noch andere Sachen gekauft?" Hatte ich und das sagte ich auch, aber auch, dass alles zusammen nicht die rund 400 EUR Freigrenze überschreitet. Er nickt verständnisvoll und erklärt, "Ja dann ist alles in Ordnung und Sie müssen nichts weiter machen." Und das wars. Also wenn der Zoll sich nicht mit solchen Scheinen auskennt, wer dann?
Wie dem auch sei, erleichtert machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Eine Kleinigkeit zu Essen und Getränke wären ganz gut. Aber weder Getränketechnisch noch Essenstechnisch sprach uns irgendetwas an. Wir quälten uns dann Cola und ich noch ein Brötchen rein. Im Zug mussten wir uns dann erstmal ein passenden Platz für uns und unsere Koffer zuchen. Gar kein so einfaches Unterfangen. Laut Aussage des Zugbegleiters ist das Reisen mit großem Gepäck mit der Deutschen Bahn gar nicht geplant! Ach neee! Und das am Frankfurter Flughafen, wo massenhaft Menschen mit großem Gepäck ankommen und abfahren. Manchmal zweifelt man schon am Verstand des ein oder anderen Mitmenschen. 

Nach gut 2,5 Stunden Zugfahrt kamen wir zu Hause an. Frau Mitreisende musste noch weiter fahren und war erst Stunden später an ihrem Zielort. Ich wurde von einer Freundin am Bahnhof in Empfang genommen - Danke Camy! Die Gute brachte mich nach Hause und schaffte es auch, mit etwas Geduld, meinen Koffer zu öffnen. Nochmal Danke!  :-D  
Zu Hause erwartete mich auch eine kleine Überraschung. Meine Mum war am Vormmittag da gewesen und hatte für mich etwas Obst, Brot, Butter, Wurst, Käse und meine Lieblingssüßigkeit (Amarettini) bereit gestellt und dazu noch einen Strauß Blumen aus unserem Garten - VIELEN DANK!

Nachdem der Koffer leidlich ausgeräumt war, gönnte ich mir noch eine Dusche, aß etwas Obst und verschwand um 21:15 Uhr ins Bett, da mein Kreislauf sich langsam aber sicher verabschiedete. Ich schlief fast 11 Stunden durch, quälte mich dann aus dem Bett, um die ersten Maschinen Wäsche anzusetzen und weiter aufzuräumen. Um zehn Uhr holte mich meine Mum ab, denn mein Auto stand ja bei der Elternschaft. Die Wiedersehensfreude war groß und war eine halbe Stunde später bei meinem Babba (so schreibt er sich selbst, das kommt nicht von mir ;-D) genau so groß. 

Auch wenn ich Japan nach nur zwei Tagen schon wie Bolle vermisse, ich freue mich unglaublich, meine Eltern, meine Familie und Freunde wieder zu sehen.

Alles Liebe,
eure Yane

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