In der Nacht vom 23. auf den 24. April, unserer letzten Nacht in Kyoto, war für mich an Schlaf nicht wirklich zu denken und bereits um 4:45 Uhr hieß es für mich aufstehen. Frau Mitreisende stand nur eine knappe halbe Stunde nach mir auf. Wir mussten noch die restlichen Sachen zusammen packen, etwas frühstücken und uns dann mit dem Bus auf den Weg zum Bahnhof machen. Unsere Koffer lagen, laut Handwage, um einige Kilo unter der 30 Kilogrenze, so dass ich noch etwas von meinem Handgepäck in den Koffer stopfen wollte. Aber leider wollte der Koffer nicht, denn der ging nicht mehr auf. Irgendwie hatte ich es am Vorabend in der Hektik geschafft, die Zahlenkombination für das Kofferschloss zu verstellen. Was ich auch versuchte, der Koffer war und blieb verschlossen. Ich fand mich damit ab und hoffte darauf, dass ich den Koffer schon irgendwie zu Hause in Deutschland wieder aufbekommen würde. Alles was noch in den Koffer wandern sollte, musste nun eben doch in den Rucksack gestopft werden.
Mit zwei riesen Koffern, diversen Tüten und Rucksäcken machten wir uns auf zur Bushaltestelle. Zum Glück war der Bus nicht übervoll, so dass wir trotz unseres ganzen Gepäcks gut hinein passten. Die Fahrt zum Bahnhof dauerte nicht lang und während Frau Mitreisende einfach das Gefühl hatte, wir würden lediglich mal für eine Woche weg fahren und dann wieder kommen, machte sich in mir der Abschiedsblues breit.
Im Zug versuchte ich etwas zu schlafen und tröstete mich damit, dass wir noch den halben Tag in Tokyo hatten und uns mit Denise treffen wollten. Frau Mitreisende hatte noch ein paar Bilder, sehr schöne Bilder, von der Fahrt gemacht. Die Bilder werde ich nachreichen, sobald ich diese von Raban habe.
Wir hatten uns vorgenommen, gleich zum Haneda Airport zu fahren, um unser Gepäck einzuchecken. Aber leider konnte man das erst ab 21:00 Uhr. Aber es gab eine Gepäckaufbewahrung. Für meinen Koffer, zwei riesige Tüten habe ich umgerechnet ca. 12 EUR für die Aufbewahrung gezahlt, was völlig okay ist. Mit nun leichterem Gepäck fuhren wir mit der Monorail zurück in die Stadt und trafen uns gegen Mittag mit Denise in Harajuku, wo wir zu dritt auf Einkaufstour gingen. Schließlich wollten Raban und ich noch unser letztes Geld verbraten. Tatsächlich haben wir noch das ein oder andere Stück gefunden.
Am Nachmittag waren wir alle etwas müde und beschlossen, uns in Brook's Café eine Pause zu gönnen.
Wir dehnten die Pause auf über eine Stunde aus. Denise traf sich später noch mit einem Freund und Raban und ich waren so müde, dass uns nicht mehr nach Stadtbummel war, sondern wir zurück zum Flughafen fuhren. Während des Nachmittages hatte sich die Idee entwickelt, noch einen kleinen Kabinenkoffer zu kaufen, weil da auf jeden Fall mehr rein ging, als in meinen schon jetzt übervollen Rucksack. Doch in Harajuku war ich nicht fündig geworden. Aber am Flughafen gab es mehr als einen Laden mit Koffern. Doch nur einer hatte es mir wirklich angetan, war der letzte in diesem Design und auch noch der günstigste:
Beim Kauf (Tax Free) bekam ich vom Verkäufer einen Zettel in den Pass geklebt, auf dem stand, dass ich eben diesen Koffer zum Preis von XY Yen erworben hatte. Was mich ein wenig nervös machte, da ich nicht wusste, wie die netten Zollbeamten zu Hause in Deutschland darauf regieren würden und ob ich vielleicht meinen großen Koffer öffnen musste, damit alles genau inspiziert werden konnte. Dann hätte ich nämlich ein echtes Problem, weil ich ja meinen Koffer nicht mehr so einfach aufbekam. Aber bis dahin war noch Zeit.
In der Flughafenhalle packte ich also meinen Rucksack aus und alles in den Koffer. Dazu noch die neu erstanden Sachen und einige Sachen von Frau Mitreisender fanden auch noch Platz. Sehr schön! So erleichtert und mit wesentlich mehr Bewegungsfreiheit begaben wir uns zum Check-in. Es gab keine Beanstandung bezüglich des Gewichts unserer Koffer, also wogen beide wohl unter 30 Kilo. Welches Gewicht die Koffer genau hatten, wissen wir leider nicht. Es war ganz seltsam, plötzlich nicht mehr mit einem Haufen Gepäck durch die Gegend zu laufen. Wir begaben uns zur Kontrolle und stürzten uns danach ein weiteres Mal ins Getümmel, um unsere restlichen Yen auszugeben. Das schöne an unserer Airline war, wir durften Koffer mit 30 Kilo einchecken, 7 Kilo Handgepäck mitschleifen, dazu eine kleine Handtasche mit persönlichen Gegenständen UND natürlich alles, was man im Dutyfree Bereich gekauft hat (egal wie viel!). Wir schlugen also nochmal zu, um KitKat in verschiedenen Sorten zu erstehen: Grüntee-, Grüntee-Sakura-, Chili-, Traube-Rum-, Cheesecake-, Orange-Zitrone- und mit (süße)Bohnen-Geschmack. Zwei oder drei andere Snacks kamen noch dazu und dann gingen wir noch im Uniqlo Socken kaufen. Nach der ersten Runde dort, bezahlte Frau Mitreisende ihre Sachen, stellte sich dann am Tresen ganz an die Seite und begann ihr Kleingeld zu zählen, um heraus zu finden, wie viel Geld sie noch hatte und wie viele Socken sie noch kaufen konnte. Derweil stand ich daneben, amüsierte mich ein wenig und passte auf unsere Sachen auf, als die Chefin des Ladens zu uns kam und fragte, was wir machen. Ich erklärte ich lachend, was Raban gerade tat, worauf die Chefin trocken meinte, "Da kann ich euch helfen.", schnell rief sie ihrem Mitarbeiter etwas zu, der ihr etwas verdutzt eine Art Zählbrett für Kleingeld reichte, einen Taschenrechner und über den Tresen herum zu uns spähte, begriff, was vor sich ging und ebenfalls grinste. Mit Hilfe der netten Frau war innerhalb einer Minute klar, wie viel Geld Raban noch hatte, dann wurde das Geld von den netten Uniqlo Leuten gleich von Kleingeld in Scheine und größere Münzen umgetauscht, so dass Raban es nun wesentlich leichter hatte. Grinsend erklärte die Chefin des Ladens, dass sich Frau Mitreisende noch 2 der Sockenpacks (immer drei Paare in einem Pack) leisten konnte. Freude strahlend tat das Raban auch. Unter Gelächter und winken verabschiedeten wir uns dann aus dem Laden und die nette Frau Chefin kam extra nochmal raus, um uns zu winken und zu verabschieden. Die Frau war wirklich der Hammer :-D
In einem weiteren kleinen Laden entdeckte Raban einen kleinen Schirm mit lustiger Hülle, den sie gern wollte, doch das verbliebene Geld reichte dafür nicht, also sponserte ich ihr ganz großzügig 230 Yen. Somit belief sich Rabans Restgeld, nach dem Kauf des Schirms, auf ganze 5 Yen! Mission Geld ausgeben war also erfolgreich ;-)
Da sich die Zeit weder zurück drehen, noch aufhalten lässt, kam der unausweichliche Moment. Wir mussten zum Boarding und das Flugzeug besteigen, was uns näher Richtung Heimat brachte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns also von Japan. Dieser Urlaub war wirklich schön und hat meinen ersten Japanurlaub sogar noch übertroffen. Ich habe mich und freue mich immer noch auf meine Familie und Freunde in Deutschland. Ich freue mich auf mein eigenes Bett und auf eine vernünftige Waschmaschine, denn unsere Socken sind in Japan zum Beispiel nicht sauber geworden. Aber ich bin auch traurig, dass die Zeit in Japan schon wieder vorbei ist.
Vom zweiten Teil unserer Rückreise und der Ankunft in Deutschland berichte ich im nächsten Blogeintrag. Danach gibt es, wie versprochen, noch ein paar Anekdoten aus Japan :-) UND ich werde berichten, wie sich meine Elternschaft mit den mitgebrachten Japanischen Snacks anstellt und ob sie sich da überhaupt ran trauen ;-D
Alles Liebe,
eure Yane


Ha, die Elternschaft hat sich schon an die Snacks
AntwortenLöschengetraut, aber nur an das Gebäck. Die anderen Sachen wie getrocknete Fischchen
mit Augen und so werden im beisein von Yane probiert wegen 1. Hilfe einsatz.
Viele Grüße Do. u. Pe.