Dienstag, 8. August 2023

England im April oder ich wusste nicht, auf was ich mich wirklich einlasse

"Wo wollen wir eigentlich in den Urlaub hin?" Ja, solche Fragen stellt sich wohl jeder mal. Nachdem Kanada aus Geld und Zeit Gründen nicht klappte, genau wie ein Wanderurlaub in Schweden, kam Frau Mitreisende Ende letzten Jahres oder Anfang diesen Jahres auf die grandiose Idee "Ich wollte schon immer mal den Hadrianswall ablaufen. Lass uns das machen!"
Damals dachte ich: Gut, kann man machen. Das hört sich jetzt nicht soooooo schlimm an. Ach hätte ich doch damals nur das gewusst, was ich heute, nach unserer Wanderung weiß   ;-)

Nach Planung und Organisation unserer Reise, was dieses Jahr einfach war, da das großartige Team von Hillwalktours alles organisiert hat, war für uns nur noch der Flug nach England (Newcastle) und die Zugfahrt nach Frankfurt zu buchen. Alles kein Problem und reibungslos verlaufen. Fürs Erste also ganz gut.

Nicht mehr gut war unser erster Tag, der 11. April 2016. Frau Mitreisende und ich wollten uns im Zug nach Frankfurt treffen. Zuerst kam mein Taxi viel zu früh, weshalb ich leicht hektisch wurde, dennoch hatte ich nichts vergessen. Während der Taxifahrt zum Bahnhof klingelte mein Handy gefühlte zehn Mal. Nur das Handy lag hinten im Kofferraum bei meinem Gepäck, war volle Pulle laut gestellt und dröhnte also permanent das Doctor Who Thema. Ja, ich hatte Spaß auf der Fahrt, der Taxifahrer eher nicht so. Ein wenig habe ich mich schon gewundert, wer mich da laufend versucht, zu erreichen, als ich den Bahnhof mit vollem Gepäck betrat, wusste ich, es war Frau Mitreisende, denn auf der Anzeigetafel stand, dass unser Zug ausfällt. Großartig! Das brachte unseren Zeitplan gehörig durcheinander und von rechtzeitigem Einchecken konnte keine Rede sein. Wir mussten einen Zug später nehmen und dieser fuhr eine ganze Stunde später. Die Wartezeit überbrückte ich damit, mehrfach mit Frau Mitreisender zu telefonieren, und uns, nach einem Gespräch mit unserer Fluggesellschaft in Frankfurt, zumindest schon vorab online einzuchecken. Das sollte uns ca. 5 bis 10 Minuten sparen. Die Fahrt nah Frankfurt verlief ruhig und mehr oder weniger angespannt. Wir mussten, kaum dass der Zug in Frankfurt hielt, aus dem Zug springen und zum Check In rennen. Was mit dem ganzen Gpäck nicht einfach war und dann wurden wir noch falsch geschickt... Dennoch haben wir es geschafft. Die Mitarbeiter bei KLM am Check In waren super freundlich und sehr entspannt. Zum Glück!

Der erste Flug ging für uns von Frankfurt nach Amsterdam. In einer kleinen Maschine (Cityhopper). Schon da wars  mir leicht schwummrig, dennoch erträglich. Der zweite Flug von Amsterdam nach Newcastle in einer größeren Maschine brachte mich an den Rand eines Kreislaufzusammenbruchs. Mir war schlecht, schwindelig und laut Frau Mitreisender war ich nicht nur blass, sondern grün im Gesicht. Aber auch das haben wir überlebt. Nachdem wir in Newcastle festen Boden unter den Füßen und durchgeatmet hatten, fuhren wir mit der Metro nach Whitley Bay. Das Metro System in Newcastle ist echt gewöhnungsbedürftig. Es ist wirklich gut aufgebaut und einfach in der Handhabung, nur gibt es kaum Stationen, an denen man seine Tickets wirklich durchziehen muss, meistens kann man einfach durch gehen. Echt seltsam,weil wirklich überall die Durchgänge mit den Ticketmaschinen sind... wie dem auch sei, wir haben nicht lange gebraucht, um unser erstes B&B auf unserer Wanderung zu finden. Und es war GROßARTIG! 

Sonntag, 18. Juni 2017

In eigener Sache / Disclaimer



Den Disclaimer findet ihr ab sofort unter jedem einzelnen Post. Hier dennoch einmal als eigenständiger Post:


Haftungsausschluss


Inhalt des Onlineangebotes


Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf unserer Website. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.

Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen.

Verweise und Links


Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Webseiten (“Hyperlinks”), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern.

Der Autor erklärt hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Gästebüchern, Diskussionsforen, Linkverzeichnissen, Mailinglisten und in allen anderen Formen von Datenbanken, auf deren Inhalt externe Schreibzugriffe möglich sind. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist.

Urheber- und Kennzeichenrecht


Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen.

Alle innerhalb des Internetangebotes genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer. Allein aufgrund der bloßen Nennung ist nicht der Schluss zu ziehen, dass Markenzeichen nicht durch Rechte Dritter geschützt sind!

Das Copyright für veröffentlichte, vom Autor selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.

Datenschutz


Sofern innerhalb des Internetangebotes die Möglichkeit zur Eingabe persönlicher oder geschäftlicher Daten (Emailadressen, Namen, Anschriften) besteht, so erfolgt die Preisgabe dieser Daten seitens des Nutzers auf ausdrücklich freiwilliger Basis. Die Inanspruchnahme und Bezahlung aller angebotenen Dienste ist – soweit technisch möglich und zumutbar – auch ohne Angabe solcher Daten bzw. unter Angabe anonymisierter Daten oder eines Pseudonyms gestattet. Die Nutzung der im Rahmen des Impressums oder vergleichbarer Angaben veröffentlichten Kontaktdaten wie Postanschriften, Telefon- und Faxnummern sowie Emailadressen durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderten Informationen ist nicht gestattet. Rechtliche Schritte gegen die Versender von sogenannten Spam-Mails bei Verstössen gegen dieses Verbot sind ausdrücklich vorbehalten.

Quelle: Disclaimer von Haftungsausschluss-Vorlage.de und Datenschutzgesetz.de

1200 Jahrfeier Wandersleben

Diverse Funde in und rund um Wandersleben zeigen, dass die Besiedelung meines Heimatortes bereits viel früher begann. Die frühesten Funde werden etwa auf 5200/5000 v. Chr. datiert. Bis gestern (17.06.2017) wusste ich das zum Beispiel nicht. Zum Glück aber gibt es nun ein Buch "Wandersleben - Beiträge zur Orts- und Heimatgeschichte", welches in vielen Artikeln und Bildern die Geschichte Wanderslebens erzählt.




Im Jahr 817 n. Chr. wurde mein Heimatort erstmals urkundlich erwähnt. Damals noch unter dem Namen Wantesleiben. Wobei Wante wahrscheinlich eine Abwandlung des germanischen Namens Wanti ist. Und leiben soviel wie Erbe oder Besitz bedeutet. Der Ortsname Wantesleiben ist also als "Erbe, Besitz, Nachlass des Wanti" zu verstehen. Über mehrere Jahrhunderte änderte sich immer wieder die Schreibweise des Ortsnamens, bis etwa im 16. Jahrhundert der Name Wandersleben daraus entstand. Wann unser Dorfwappen, der Wandersmann, dazu kam, scheint keiner so wirklich zu wissen. Mich begleitete er aber von Kindesbeinen an und ist mir äußerst sympathisch.





In jedem Ort gibt es sicherlich eigene Sagen und Mythen, die sich um die Ortsgeschichte ranken. Bei uns ist es der Graf von Gleichen mit seinen zwei Frauen: Die Sage vom zweibeweibten Grafen

So ist es nicht verwunderlich, dass eben jenes Ereignis zum Start der Festwoche zur 1200 Jahrfeier im Freudenthal nachgestellt wurde. Am 11.06.2017 spazierten wir gut gelaunt ins Freudenthal und warteten auf den Einzug des Grafen.


















Bei knapp 30°C und einer nicht ganz geglückten mehrtägigen Anreise des Grafen samt Gefolge, bei der es mehrere Verletzte gab, hatten die Darsteller in ihren aufwendigen Gewandungen mein volles Mitgefühl.

Über die ganze Woche verteilt gab es in Wandersleben Festveranstaltungen. Gestern, am 17.06.2017, fand die 1200 Jahrfeier statt. bei erfrischenden 20°C und bewölktem Himmel drehten wir unsere Runde im Dorf, denn etliche Bewohner hatten ihre Höfe geöffnet und ihre Häuser dekoriert.

Klein Amerika ist der Ortsteil aus dem ich komme 😁





Wir befinden uns nicht mehr in klein Amerika, trotzdem schön hier 😉





Der Eingang zum Wohnturm. Restauriert, schick hergerichtet und wirklich interessant. Leider hatten wir gestern wahrscheinlich den falschen Zeitpunkt erwischt, um einen Blick hinein zu werfen und die ein oder andere Erklärung/Führung zu bekommen. Denn statt auf unser fröhliches "Hallo" und "Guten Tag" auch nur irgendeine Antwort zu bekommen, wurden wir nur kurz abschätzig angesehen und dann ignoriert. Sehr schade, denn der Wohnturm und das angeschlossene Gehöft haben einiges Sehenswertes zu bieten. Davon konnten wir uns im letzten Jahr schon überzeugen und haben eine ausgedehnte Führung mit vielen Erklärungen bekommen. Dieses mal allerdings fühlten wir uns eher wie Eindringlinge und so gar nicht Willkommen. Wirklich schade, denn wir hätten schon gern von den Herrschaften in Gewandung gehört, wie das Bierbrauen im Trog funktioniert und es sich im Wohnturm lebt. So haben wir uns einmal kurz umgesehen und sind wieder gegangen. Sehr schade, wirklich.








Der nette Herr hat sich gefreut, dass sein Schmuckstück  fotogarfiert wird und das hat mich sehr gefreut.


 



Wer es nicht lesen kann, auf dem Schild steht:

Bahnhofstraße 215
Ab 01.12.1909 Molkerei
erbaut von Karl Bittorf

Filiale von dem
in Steinbach-Hallenberg
betriebenen Gehöft

Mein Vater musste mir das Schild auch erst übersetzen  😉













Wer flugtauglich war und 40 € hatte, konnte auch einen Rundflug machen. Wir haben darauf verzichtet. Vor ein paar Jahren hatten wir uns einen Rundflug mit einer Antonov gegönnt. Sah toll aus. Wir hatten damals strahlenden Sonnenschein und eine richtig gute Sicht. Schlecht ist mir trotzdem geworden, wer mich kennt weiß, dass ich eben nicht wirklich flugtauglich bin.










Und das war's dann auch schon. 


Eure Yane

Montag, 27. Februar 2017

Urlaub wir Kommen!

Nachdem es letztes Jahr keinerlei Blogeinträge von unserem Wanderurlaub gab, könnte es  doch tatsächlich dieses Jahr wieder mit Einträgen klappen.
Letztes Jahr zu bloggen wäre für mich die Hölle gewesen. Es gab kaum WLAN und keine Möglichkeit,  Bilder zu sortieren und auf einen Laptop zu laden. Wir hatten nämlich keinen mit. Das war auch  gut so. Entweder das Ding hätte die Zwischentransporte nicht überlebt, oder wenn wir es jeden Tag mitgeschleppt hätten,  wäre es gleich am ersten Tag an einem Wasserschaden zu Grunde gegangen. Wie dem auch sei...

Demnächst geht es also wieder los. Dieses Mal aber zieht es uns gar nicht so weit weg von den gewohnten Gefilden. Nein, wir  bleiben sogar in der Heimat... mehr oder weniger. Wenn alles klappt, so wie angepriesen, dann gibt es WLAN und da der Kurzurlaub zur Erholung dienen soll, dann sollte abends auch Zeit sein, um zu bloggen.  So ein bisschen zumindest.

In diesem Sinne: bis bald!

Yane

Montag, 27. April 2015

Tokyo -> Doha / Doha -> Frankfurt und zurück nach Hause

Der erste und längere der beiden Flüge zurück nach Deutschland war doch tatsächlich noch der angenehmere, wenn er auch 11 Stunden dauerte. Während Raban auf dem Fensterplatz saß, hatte ich den Mittelplatz und auf dem Gangplatz saß ein netter Japaner. Wenn eine von uns beiden Mal aufstehen musste, stand er sehr hilfsbereit und lächelnd auf, egal in welcher Situation. Auf einem 11 Stunden Flug kann das, trotz ein oder anderem Nickerchen, schon häufiger vorkommen. Wir schafften es zumindest ein wenig zu schlafen. Raban am Meisten, sogar einige Stunden lang. Dennoch kamen wir reichlich übermüdet in Doha an. Wir hatten nur 1,5 Stunden Aufenthalt und mussten uns ganz schön sputen, um unseren Cocosdrink zu bekommen. In dem Laden war allerdings so viel los, dass ich eine viertel Stunde anstand, um die 4 Dosen zu bezahlen. Irgendwie waren die auch nicht von der schnellen Truppe an der Kasse. Aber wir schafften es, unsere Drinks zu bekommen, jeder zwei, diese in Windeseile zu trinken und rechtzeitig zum Boarding zu kommen. In der zweiten Maschine hatten wir die gleiche Sitzaufteilung, nur dass dieses Mal eine chinesische Frau auf dem Gangplatz saß. Sie wirkte von Anfang an eher genervt. Aber auch auf einem 6 Stunden Flug muss man mal aufstehen. So lange wie möglich versuchte ich, still zu sitzen, doch meine Beine kribbelten vor lauter Übermüdung und auf die Toilette musste ich auch irgendwann. Leider hatten unsere Vordermänner bereits ihre Sitzlehnen weit zurück gestellt und die nette chinesische Sitznachbarin hielt es auch nicht für möglich, aufzustehen, um uns raus zu lassen, sie drehte sich nur zur Seite, ihre Füße zum Gang hin, was es uns extrem schwer machte von unseren Sitzen aufzustehen und auch wieder auf diese zurück zu gelangen. 
Einzig gut war der Ausblick, den wir zu Beginn des Fluges hatten:


Irgendwie schaffte Raban es, auch auf diesem Flug hauptsächlich zu schlafen, während ich mich durch jede Stunde quälte und versuchte, meine Beine und Füße zu beruhigen, denn die Unruhe und das Kribbeln wurde immer schlimmer. Das ist der einzige Punkt, der mich an diesen Flügen gestört hat. Ansonsten waren Start und Landung wirklich in Ordnung und ich hatte nicht mit Flugkrankheit zu kämpfen.

In Frankfurt angekommen, beschlossen wir uns zunächst kurz frisch zu machen, ehe wir unsere Koffer abholten. Die erste Kabine, die ich auf der Toilette betrat, verließ ich rückwärts wieder. In den Flughäfen in Narita, in Doha und in Tokyo schafften es die Betreiber, die Toiletten wirklich sauber und ordentlich zu halten. Ich erwarte keine Hightech Toiletten, so wie es sie sehr oft in Japan gibt, aber eine ordentliche und saubere Toilette ist doch nicht zu viel verlangt... in Frankfurt offensichtlich schon.
Etwas später, nachdem ich mich vom ersten Schreck erholt hatte, holten wir unsere Koffer ab, meldeten uns kurz bei unseren Familien zurück und machten uns dann auf zum Zoll. Dort begab ich mich dann zum Zollausgang, wo man Waren anmelden muss. Schließlich wollte ich wissen, ob ich irgendwas mit dem Zettel in meinem Pass machen muss. Zöllner angesprochen, ihm den Zettel gezeigt und gesagt, warum der Zettel da drin ist, mit der Frage, ob ich da irgendwas machen muss. Der Zöllner guckt mich an, "Und was sagt der Zettel aus?" Hatte ich ihm das nicht eben schon gesagt? Also hab ich nochmal gesagt, dass da steht, dass ich den Koffer in Tokyo steuerfrei für XY Yen gekauft habe. Daraufhin Herr Zöllner, "Keine Ahnung, so einen Zettel habe ich noch nie gesehen. Haben Sie denn noch andere Sachen gekauft?" Hatte ich und das sagte ich auch, aber auch, dass alles zusammen nicht die rund 400 EUR Freigrenze überschreitet. Er nickt verständnisvoll und erklärt, "Ja dann ist alles in Ordnung und Sie müssen nichts weiter machen." Und das wars. Also wenn der Zoll sich nicht mit solchen Scheinen auskennt, wer dann?
Wie dem auch sei, erleichtert machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Eine Kleinigkeit zu Essen und Getränke wären ganz gut. Aber weder Getränketechnisch noch Essenstechnisch sprach uns irgendetwas an. Wir quälten uns dann Cola und ich noch ein Brötchen rein. Im Zug mussten wir uns dann erstmal ein passenden Platz für uns und unsere Koffer zuchen. Gar kein so einfaches Unterfangen. Laut Aussage des Zugbegleiters ist das Reisen mit großem Gepäck mit der Deutschen Bahn gar nicht geplant! Ach neee! Und das am Frankfurter Flughafen, wo massenhaft Menschen mit großem Gepäck ankommen und abfahren. Manchmal zweifelt man schon am Verstand des ein oder anderen Mitmenschen. 

Nach gut 2,5 Stunden Zugfahrt kamen wir zu Hause an. Frau Mitreisende musste noch weiter fahren und war erst Stunden später an ihrem Zielort. Ich wurde von einer Freundin am Bahnhof in Empfang genommen - Danke Camy! Die Gute brachte mich nach Hause und schaffte es auch, mit etwas Geduld, meinen Koffer zu öffnen. Nochmal Danke!  :-D  
Zu Hause erwartete mich auch eine kleine Überraschung. Meine Mum war am Vormmittag da gewesen und hatte für mich etwas Obst, Brot, Butter, Wurst, Käse und meine Lieblingssüßigkeit (Amarettini) bereit gestellt und dazu noch einen Strauß Blumen aus unserem Garten - VIELEN DANK!

Nachdem der Koffer leidlich ausgeräumt war, gönnte ich mir noch eine Dusche, aß etwas Obst und verschwand um 21:15 Uhr ins Bett, da mein Kreislauf sich langsam aber sicher verabschiedete. Ich schlief fast 11 Stunden durch, quälte mich dann aus dem Bett, um die ersten Maschinen Wäsche anzusetzen und weiter aufzuräumen. Um zehn Uhr holte mich meine Mum ab, denn mein Auto stand ja bei der Elternschaft. Die Wiedersehensfreude war groß und war eine halbe Stunde später bei meinem Babba (so schreibt er sich selbst, das kommt nicht von mir ;-D) genau so groß. 

Auch wenn ich Japan nach nur zwei Tagen schon wie Bolle vermisse, ich freue mich unglaublich, meine Eltern, meine Familie und Freunde wieder zu sehen.

Alles Liebe,
eure Yane

Die letzten Stunden in Tokyo

In der Nacht vom 23. auf den 24. April, unserer letzten Nacht in Kyoto, war für mich an Schlaf nicht wirklich zu denken und bereits um 4:45 Uhr hieß es für mich aufstehen. Frau Mitreisende stand nur eine knappe halbe Stunde nach mir auf. Wir mussten noch die restlichen Sachen zusammen packen, etwas frühstücken und uns dann mit dem Bus auf den Weg zum Bahnhof machen. Unsere Koffer lagen, laut Handwage, um einige Kilo unter der 30 Kilogrenze, so dass ich noch etwas von meinem Handgepäck in den Koffer stopfen wollte. Aber leider wollte der Koffer nicht, denn der ging nicht mehr auf. Irgendwie hatte ich es am Vorabend in der Hektik geschafft, die Zahlenkombination für das Kofferschloss zu verstellen. Was ich auch versuchte, der Koffer war und blieb verschlossen. Ich fand mich damit ab und hoffte darauf, dass ich den Koffer schon irgendwie zu Hause in Deutschland wieder aufbekommen würde. Alles was noch in den Koffer wandern sollte, musste nun eben doch in den Rucksack gestopft werden. 
Mit zwei riesen Koffern, diversen Tüten und Rucksäcken machten wir uns auf zur Bushaltestelle. Zum Glück war der Bus nicht übervoll, so dass wir trotz unseres ganzen Gepäcks gut hinein passten. Die Fahrt zum Bahnhof dauerte nicht lang und während Frau Mitreisende einfach das Gefühl hatte, wir würden lediglich mal für eine Woche weg fahren und dann wieder kommen, machte sich in mir der Abschiedsblues breit. 
Im Zug versuchte ich etwas zu schlafen und tröstete mich damit, dass wir noch den halben Tag in Tokyo hatten und uns mit Denise treffen wollten. Frau Mitreisende hatte noch ein paar Bilder, sehr schöne Bilder, von der Fahrt gemacht. Die Bilder werde ich nachreichen, sobald ich diese von Raban habe.
Wir hatten uns vorgenommen, gleich zum Haneda Airport zu fahren, um unser Gepäck einzuchecken. Aber leider konnte man das erst ab 21:00 Uhr. Aber es gab eine Gepäckaufbewahrung. Für meinen Koffer, zwei riesige Tüten habe ich umgerechnet ca. 12 EUR für die Aufbewahrung gezahlt, was völlig okay ist. Mit nun leichterem Gepäck fuhren wir mit der Monorail zurück in die Stadt und trafen uns gegen Mittag mit Denise in Harajuku, wo wir zu dritt auf Einkaufstour gingen. Schließlich wollten Raban und ich noch unser letztes Geld verbraten. Tatsächlich haben wir noch das ein oder andere Stück gefunden.
Am Nachmittag waren wir alle etwas müde und beschlossen, uns in Brook's Café eine Pause zu gönnen.



Wir dehnten die Pause auf über eine Stunde aus. Denise traf sich später noch mit einem Freund und Raban und ich waren so müde, dass uns nicht mehr nach Stadtbummel war, sondern wir zurück zum Flughafen fuhren. Während des Nachmittages hatte sich die Idee entwickelt, noch einen kleinen Kabinenkoffer zu kaufen, weil da auf jeden Fall mehr rein ging, als in meinen schon jetzt übervollen Rucksack. Doch in Harajuku war ich nicht fündig geworden. Aber am Flughafen gab es mehr als einen Laden mit Koffern. Doch nur einer hatte es mir wirklich angetan, war der letzte in diesem Design und auch noch der günstigste:



Beim Kauf (Tax Free) bekam ich vom Verkäufer einen Zettel in den Pass geklebt, auf dem stand, dass ich eben diesen Koffer zum Preis von XY Yen erworben hatte. Was mich ein wenig nervös machte, da ich nicht wusste, wie die netten Zollbeamten zu Hause in Deutschland darauf regieren würden und ob ich vielleicht meinen großen Koffer öffnen musste, damit alles genau inspiziert werden konnte. Dann hätte ich nämlich ein echtes Problem, weil ich ja meinen Koffer nicht mehr so einfach aufbekam. Aber bis dahin war noch Zeit.
In der Flughafenhalle packte ich also meinen Rucksack aus und alles in den Koffer. Dazu noch die neu erstanden Sachen und einige Sachen von Frau Mitreisender fanden auch noch Platz. Sehr schön! So erleichtert und mit wesentlich mehr Bewegungsfreiheit begaben wir uns zum Check-in. Es gab keine Beanstandung bezüglich des Gewichts unserer Koffer, also wogen beide wohl unter 30 Kilo. Welches Gewicht die Koffer genau hatten, wissen wir leider nicht. Es war ganz seltsam, plötzlich nicht mehr mit einem Haufen Gepäck durch die Gegend zu laufen. Wir begaben uns zur Kontrolle und stürzten uns danach ein weiteres Mal ins Getümmel, um unsere restlichen Yen auszugeben. Das schöne an unserer Airline war, wir durften Koffer mit 30 Kilo einchecken, 7 Kilo Handgepäck mitschleifen, dazu eine kleine Handtasche mit persönlichen Gegenständen UND natürlich alles, was man im Dutyfree Bereich gekauft hat (egal wie viel!). Wir schlugen also nochmal zu, um KitKat in verschiedenen Sorten zu erstehen: Grüntee-, Grüntee-Sakura-, Chili-, Traube-Rum-, Cheesecake-, Orange-Zitrone- und mit (süße)Bohnen-Geschmack. Zwei oder drei andere Snacks kamen noch dazu und dann gingen wir noch im Uniqlo Socken kaufen. Nach der ersten Runde dort, bezahlte Frau Mitreisende ihre Sachen, stellte sich dann am Tresen ganz an die Seite und begann ihr Kleingeld zu zählen, um heraus zu finden, wie viel Geld sie noch hatte und wie viele Socken sie noch kaufen konnte. Derweil stand ich daneben, amüsierte mich ein wenig und passte auf unsere Sachen auf, als die Chefin des Ladens zu uns kam und fragte, was wir machen. Ich erklärte ich lachend, was Raban gerade tat, worauf die Chefin trocken meinte, "Da kann ich euch helfen.", schnell rief sie ihrem Mitarbeiter etwas zu, der ihr etwas verdutzt eine Art Zählbrett für Kleingeld reichte, einen Taschenrechner und über den Tresen herum zu uns spähte, begriff, was vor sich ging und ebenfalls grinste. Mit Hilfe der netten Frau war innerhalb einer Minute klar, wie viel Geld Raban noch hatte, dann wurde das Geld von den netten Uniqlo Leuten gleich von Kleingeld in Scheine und größere Münzen umgetauscht, so dass Raban es nun wesentlich leichter hatte. Grinsend erklärte die Chefin des Ladens, dass sich Frau Mitreisende noch 2 der Sockenpacks (immer drei Paare in einem Pack) leisten konnte. Freude strahlend tat das Raban auch. Unter Gelächter und winken verabschiedeten wir uns dann aus dem Laden und die nette Frau Chefin kam extra nochmal raus, um uns zu winken und zu verabschieden. Die Frau war wirklich der Hammer :-D
In einem weiteren kleinen Laden entdeckte Raban einen kleinen Schirm mit lustiger Hülle, den sie gern wollte, doch das verbliebene Geld reichte dafür nicht, also sponserte ich ihr ganz großzügig 230 Yen. Somit belief sich Rabans Restgeld, nach dem Kauf des Schirms, auf ganze 5 Yen! Mission Geld ausgeben war also erfolgreich ;-)

Da sich die Zeit weder zurück drehen, noch aufhalten lässt, kam der unausweichliche Moment. Wir mussten zum Boarding und das Flugzeug besteigen, was uns näher Richtung Heimat brachte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns also von Japan. Dieser Urlaub war wirklich schön und hat meinen ersten Japanurlaub sogar noch übertroffen. Ich habe mich und freue mich immer noch auf meine Familie und Freunde in Deutschland. Ich freue mich auf mein eigenes Bett und auf eine vernünftige Waschmaschine, denn unsere Socken sind in Japan zum Beispiel nicht sauber geworden. Aber ich bin auch traurig, dass die Zeit in Japan schon wieder vorbei ist.

Vom zweiten Teil unserer Rückreise und der Ankunft in Deutschland berichte ich im nächsten Blogeintrag. Danach gibt es, wie versprochen, noch ein paar Anekdoten aus Japan :-) UND  ich werde berichten, wie sich meine Elternschaft mit den mitgebrachten Japanischen Snacks anstellt und ob sie sich da überhaupt ran trauen ;-D

Alles Liebe,
eure Yane

Donnerstag, 23. April 2015

Irren ist menschlich oder totale Konfusion


Da war er nun angebrochen, der vorletzte Tag in Kyoto. Mit viel Sonnenschein und nach langer Nachtruhe (ganze 8 Stunden Schlaf!). Das konnte nur ein großartiger Tag werden, denn noch lagen 2 ganze Tage in Kyoto vor uns. Laut Wetterbericht mit viel Sonne. Ganz entspannt starteten wir in den Tag und während Frau Mitreisende sich für ein Art japanisches Frühstück mit Misosuppe und Tintenfisch (mit Saugnäpfern an den Tentakeln – irghs) entschied, gönnte ich mir ein Schälchen deliziöser Erdbeeren. 
 
Den komischen Tintenfisch enthalte ich euch lieber vor, sehr appetitlich sah der nämlich nicht aus. Bevor wir zu unserem Tagesausflug aufbrachen, schrieben wir noch ein paar Karten und Raban packte ihren Koffer einmal zur Probe – alles easy. Es passte fluffig fast alles rein und vom Gewicht her auch kein Thema. Das hob unsere sowieso schon gute Laune erheblich. Mit dem Bus, der mal wieder proppen voll war, fuhren wir zum Daisen-In, einem sehr bekannten Tempel, um den es herum noch gefühlte weitere 50 Tempel gibt, die aber alle irgendwie zum Daisen-In gehören. Nur besichtigen kann man nicht alle.
Bei unserer Fahrt fiel uns einmal mehr auf, dass wahnsinnig viele Schüler tagsüber in den Schreinen und Tempeln (und natürlich in den Bussen und Bahnen dahin) unterwegs sind. Entweder in ganzen Klassen oder aber in Gruppen von 4 bis 10 Schülern, oft begleitet von einem meist älteren Erwachsenen, der die Anlagen erklärt. Da stellte sich uns des Öfteren die Frage, ob die keinen Unterricht in den Klassen haben oder nicht genügend Platz, so dass permanent ein Teil der Schüler mit solchen Exkursionen beschäftigt werden muss. Falls sich jetzt Jemand fragt, ob das böse gemeint ist: nein, ist es nicht. Es ist wirklich sehr auffällig, wie viele Schulkinder unterwegs sind. Massen! Aber zurück zum Thema. Der Daisen-In Komplex ist wirklich sehr schön und idyllisch. Wer Abstand von der Hektik braucht, gönnt sich am Besten dort einen ganzen Tag. Man kann entspannt durch die ruhigen Straßen schlendern und sich in Ruhe umsehen, ohne etwas von der Hektik und dem Lärm der Stadt mitzubekommen. 

 















Und wenn man Muse und Zeit hat (die sollte man sich für einen Besuch im Haupttempel nehmen), geht man in den Daisen-In. Wir haben fast zwei Stunden dort verbracht und waren von dem kleinen Garten ganz hin und weg. Ich kann nicht wirklich erklären, wie der Garten aufgebaut ist, aber er verläuft um das Haus herum. Wer jetzt Blumen, Büsche und Sträucher erwartet wird enttäuscht. Man läuft im Haus/am Haus entlang über Stege und blickt in den Zen-Garten hinein. Kies ist so gerächt, dass er in Wellen liegt. Große Steine die darauf ausgerichtet sind, haben eine bestimmte Bedeutung und das alles erschließt sich dem geneigten Besucher, in dem er das Klemmbrett mit allen Erklärungen (mit insgesamt 30 Punkten) Stück für Stück durch geht und sich auf das einlässt, was zu sehen ist. Dann ist dieser Besuch sehr spannend und informativ. Hat man keine Zeit oder Lust dazu, sind es nur ein haufen Steine, etwas Moos und vielleicht noch ein oder zwei Bäumchen, die in einem ansonsten kargen Garten herum stehen. Aber(!) wenn ihr irgendwann einmal den Daisen-In besuchen solltet, dann nehmt euch die Zeit, es lohnt sich! Wir hatten heute zwar keine echte Erleuchtung, aber dennoch viel Spaß und sind ein ganzes Stückchen schlauer geworden ;-) Leider ist das Fotografieren verboten. Wer Interesse hat, sich den Garten anzusehen, googelt entweder oder schreibt mich an, ich habe eine kleine Broschüre mit den Erklärungen der einzelnen Abschnitte des Gartens.



So unerleuchtet, aber noch entspannter als zuvor, machten wir uns auf den Rückweg, der allein bis zum Bahnhof fast eine ganze Stunde in Anspruch nahm. Im Bahnhof, ihr ahnt es bestimmt schon, holten wir uns am Lieblingsbentoladen O-Bentos und brachten die Postkarten weg. Da unser JR Bus erst eine halbe Stunde später fahren sollte, machten wir uns zu Fuß auf den Weg ins Apartment. Dort angekommen begegneten wir einer Mitarbeiterin von Kyoto Apartment, unseren Vermietern. Sie fragte sehr freundlich wegen unserem Auszug nach und dass wir heute Morgen um zehn Uhr doch eigentlich einen Termin wegen der Übergabe hatten, weil doch morgen ganz früh ausziehen wollten? Verdutzt überlegte ich und entschuldigte mich, doch ich war der Meinung, den Termin hätten wir erst morgen, weil wir übermorgen ausziehen. Alles kein Problem, dann sollte die Übergabe eben morgen Vormittag 10:30 Uhr stattfinden. Wir verabschiedeten uns voneinander und Frau Mitreisende und ich fuhren in den 5 Stock zu unserem Apartment… doch in mir nagte etwas. Überlegend warf ich den Laptop an und kramte unsere Reiseunterlagen hervor…. VERDAMMTE SCHE**E!!! Wir haben uns um einen ganzen Tag vertan!!! PANIK!!! Schnell rief ich in der Apartment Verwaltung an und erklärte die Situation. Dabei entschuldigte ich mich gefühlte hundertmal und obwohl die Bürozeiten eigentlich schon vorbei waren und uns die Mitarbeiterinnen hätten versauern lassen können, machte sich eine der lieben Damen auf den Weg zu uns. Wir hatten ca. eine Stunde Zeit, unsere Sachen halbwegs vernünftig zu packen und das Apartment zu putzen… wir haben alles geschafft und die Abnahme war ganz einfach, die Mitarbeiterin super nett und sehr lieb. Natürlich haben wir uns nochmals entschuldigt und die Situation erklärt. Sie hat gelacht und gesagt, es sei alles in Ordnung, Hauptsache, wir verpassen unseren Flug nicht und alles geht gut. Zum Glück hatte ich vor unserem Urlaub in Deutschland noch Gummibärchen und Pralinen für die Mitarbeiter des Kyoto Apartment geholt. Denn die sind immer absolut freundlich, hilfsbereit, nehmen sich Zeit, alle Fragen zu beantworten und versuchen einem das Wunschapartment zur Verfügung zu stellen. Dafür waren die Süßigkeiten gedacht, nun waren sie auch eine kleine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten, die wir bereitet haben.



Nach der Verabschiedung von der netten jungen Frau, deren Name ich nicht mehr weiß (das Alter oder die Aufregung, eins von beidem ist schuld), aßen wir erstmal unsere O-Bentos. Wir hatten den ganzen Tag, außer dem Frühstück, einem Soyjoy Riegel und einem kleinen Brötchen vor gefühlten 10 Stunden, noch nichts gegessen. Danach war Koffertetris angesagt. Wie packt man seine Sachen so, dass alles und noch viel viel viel mehr in den Koffer geht? Keine Ahnung! Mein Koffer war gepackt, er ging zu, ich drehte mich um und sah, dass da noch ein Haufen Klamotten liegt, der auch noch mit muss – Verzweiflung, Schweiß und Tränen… na nicht ganz. Irgendwie hat der heutige Tempelbesuch doch eine gewisse innere Ruhe gebracht, die erstaunlich ist. Nach zwei weiteren Anläufen ist mein Koffer gepackt und hier ist auch die Auflösung des allerersten Rätsels. Das Geschenk der Mitreisenden war ein…


 

Kofferkleidchen! Damit soll man seinen Koffer leichter erkennen, es schützt den Koffer etwas und soll es Langfingern schwerer machen. Die grünen Strippen gehören zum Koffergurt und dienen der Sicherung.



Jetzt sind wir also wirklich fast am Ende angelangt. Morgen geht’s um 7:30 Uhr mit dem Zug nach Tokyo, wo wir unsere Koffer hoffentlich schon mittags am Flughafen einchecken können, ehe wir uns noch den halben Tag mit SHOPPING versüßen. Nachts um 1 Uhr oder so geht dann unser Flieger und deshalb wahrscheinlich auch die totale Konfusion, wann wir abreisen… aber es ist ja doch gut gegangen! Und an dieser Stelle kann mir einer sagen, was er will. Das kann doch kein Zufall sein, dass alles so gekommen ist. Das wir die Mitarbeiterin „zufällig“ vor der Haustür getroffen haben, dass „zufällig“ noch jemand im Büro war und für uns Zeit hatte. Ich glaube, da hatte jemand ein Auge auf uns und hat seine schützende Hand über uns gehalten – Danke dafür! Das Chaos mag ich mir gar nicht ausmalen, wenn wir wirklich einen Tag zu spät nach Tokyo aufgebrochen wären.



Jetzt sind wir also fast mit allem fertig. Noch ein paar kleine Handgriffe morgen früh um 5:00 Uhr und wir brechen zur letzten Etappe auf. Frau Mitreisende bat mich, einen Nachruf auf ihre Schuhe zu schreiben, die sie leider hier lassen muss, weil die Sohlen gerissen sind.

Soll sie haben:




Ihr Lieblingsschuhe, so grün, so bequem,
mit Luftlöchern an den Seiten und Fersen ward ihr versehen.
Doch ach und weh, nun kam die Zeit,
da Luftlöcher sich auftaten an der Unterseit’
Die Sohle gerissen, das Wasser trat ein,
die Füße so feucht, wie meine Äugelein.
So nehm’ ich denn Abschied von euch,
ihr wunderbares Paar und sag’s auf Japanisch
Sayonara!


Heute verabschiede ich mich nicht mit einem "bis morgen", sondern mit einem "Bis bald". Es werden noch ein paar Einträge zum Japanurlaub folgen. Es gibt noch die ein oder andere Anekdote zu berichten und wer weiß schon, was wir morgen noch so alles in Tokyo erleben.

Also ... wir lesen uns bald!  :-D

Alles Liebe,
eure Yane